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Padel vs. Tennis: Unterschiede und dein erster Monat

Padel Tipps für Tennisspieler: Schläger ohne Saiten, Aufschlag von unten, Glaswände, Bandeja und Víbora, typische Fehler und ein Plan für den ersten Monat.

RatgeberFür Spieler10 Min. Lesezeit

Volley, Schmetterball und Ballgefühl hast du schon. Deshalb fühlt sich dein erstes Padel-Match etwa zwei Minuten lang vertraut an. Dann kommt ein Ball von der Rückwand zurück, und deine volle Vorhand landet im Gitter. Hier erfährst du, was sich beim Umstieg vom Tennis zum Padel wirklich ändert, welche Schläge du neu lernst, welche Fehler typisch sind und wie dein erster Monat aussehen kann.

Padel und Tennis: der Unterschied, auf den es ankommt

Die größten Unterschiede zwischen Padel und Tennis sind die Wände, der Aufschlag und der Schläger. Padel wird zwei gegen zwei auf einem geschlossenen Platz von 10 × 20 m gespielt, der Ball darf nach dem Aufsprung von der Scheibe kommen, aufgeschlagen wird von unten, und der Schläger ist kurz, fest und ohne Saiten. Die Zählweise ist dieselbe.

Vieles kannst du mitnehmen: Vorhand, Rückhand, Volley, Lob und Stopp gibt es in beiden Sportarten. Die LTA, der britische Tennisverband, fasst es als ähnliche Fähigkeiten auf einem anderen Platz zusammen. Das ändert sich:

TennisPadel
Platz23,77 × 10,97 m, offen20 × 10 m, umschlossen von Glas und Gitter
SchlägerMit Saiten, langer RahmenOhne Saiten, feste gelochte Fläche, max. 45,5 cm, Schlaufe
AufschlagMeist von oben (von unten ist erlaubt)Hinter der Aufschlaglinie aufspringen lassen, auf oder unter Hüfthöhe treffen
SpielformEinzel oder DoppelDoppel
Ball6,54–6,86 cm (Ball Typ 2)Etwas kleiner (6,35–6,77 cm) mit weniger Innendruck; springt auf Sand-Kunstrasen flacher

Schläger und Schwung. Der Padelschläger hat keine Saiten, der Ball kommt von einer festen, gelochten Fläche. LTA Padel empfiehlt auf beiden Seiten eine kurze Ausholbewegung, denn im Padel zählt Platzierung mehr als Kraft. Denk an deinen Volley, nicht an deine Topspin-Vorhand.

Griff. Padeltrainer starten meist mit dem Kontinentalgriff, also dem „Hammergriff“, den du im Tennis für Volley und Aufschlag nutzt. Damit spielst du Volleys, Überkopfbälle und Bälle aus der Scheibe ohne Griffwechsel. Spielst du im Tennis eine Semi-Western-Vorhand, ist das die erste Gewohnheit, die du ablegst.

Aufschlag von unten. Nach den FIP-Regeln stehst du hinter der Aufschlaglinie, zwischen der verlängerten Mittellinie und der Seitenwand, und lässt den Ball in diesem Bereich aufspringen. Bis du ihn triffst, darf er die Aufschlaglinie nicht überqueren. Du hast mindestens einen Fuß am Boden und triffst ihn auf oder unter Hüfthöhe. Er geht diagonal, wie im Tennis, und du hast einen zweiten Aufschlag. Ein Detail, das Tennisspieler überrascht: Springt der Aufschlag im Feld auf und trifft dann die Glaswand, ist er gut. Berührt er vor dem zweiten Aufsprung das Gitter, ist es ein Fehler. Asse sind nicht das Ziel. LTA Padel beschreibt den Aufschlag als deinen Weg ans Netz.

Immer Doppel. Die offiziellen Regeln sind für Paare geschrieben, und Padel ist in der Praxis ein Doppelspiel. Du teilst dir eine Platzhälfte und jede Entscheidung mit deinem Partner.

Vertraute Zählweise. 15, 30, 40, Spiele, Sätze und der Tiebreak bei 6:6 laufen wie im Tennis. Bei 40:40 erlauben die FIP-Regeln drei Varianten: klassischen Vorteil, den Golden Point (ein entscheidender Punkt) und den Star Point, den FIP-Turniere seit 2026 spielen (nach zwei Vorteilen ein entscheidender Punkt). Sprecht vor dem ersten Aufschlag ab, was gilt.

Padel Tipps für Tennisspieler: Lass den Ball von der Scheibe kommen

Laut LTA ist die Rückwand die größte Umstellung für Tennisspieler. Im Tennis ist ein Ball, der an dir vorbeigeht, ein verlorener Punkt. Im Padel ist er oft deine beste Chance: Hat der Ball auf deiner Seite einmal aufgesprungen, darf er gegen Glas oder Gitter prallen, und du spielst ihn vor dem zweiten Aufsprung zurück. Der Deutsche Tennis Bund beschreibt Padel genau so: ein Käfig aus Glas und Gitter, in dem die Wände ins Spiel einbezogen werden. Der italienische Verband FITP nennt die Rückwand sogar den „dritten Mitspieler“.

Zwei Regeln: Dein Schlag muss auf der anderen Seite erst den Boden berühren, bevor er deren Wände trifft. Sonst verlierst du den Punkt. Auf deiner Seite darfst du den Ball gegen die eigene Wand spielen, um ihn übers Netz zu bringen.

So fängst du an:

  • Springt der Ball hinter der Aufschlaglinie auf, lass ihn von der Scheibe kommen. Genau diese Faustregel gibt LTA Padel.
  • Dreh dich früh seitlich, hol früh aus und warte, bis sich der Ball von der Wand löst.
  • Nach dem Abprall fliegt der Ball Richtung Netz. Ein kontrollierter Schlag reicht, nimm Tempo raus statt drauf.

Doppel-Positionen: Am Netz bist du stark

Die meisten Punkte im Padel werden am Netz gewonnen, und LTA Padel rät Anfängern, das Netz zu übernehmen. Ideal ist: ihr beide am Netz, nebeneinander, und ihr bewegt euch wie an einer Schnur. Geht dein Partner zur Seitenwand, deckst du die Mitte. Muss einer zurück, geht ihr beide zurück. Ein ehemaliger Tennisprofi sagt im Interview mit dem französischen Verband FFT, dass die Abstimmung mit dem Partner wichtiger ist als einzelne Schläge. Dort heißt es auch: Links steht meist der Spieler, der Punkte abschließt, rechts geht es um Geduld und Spielaufbau.

Bleib nicht lange zwischen Aufschlaglinie und Rückwand. FFT-Trainer nennen den Bereich etwa 4 bis 8 Meter vom Netz die Übergangszone, in der man nie verweilen sollte.

Der Lob bringt dich zurück ans Netz. LTA Padel nennt ihn den wichtigsten Schlag im Padel. Ein guter Lob über die Netzspieler, der hinter der Aufschlaglinie und vor der Rückwand aufspringt, drängt sie zurück und gibt dir Zeit, nach vorne zu gehen. Als Faustregel aus dem Training: Ziel sind die letzten 2 bis 3 Meter vor der Rückwand, mit so viel Höhe, dass der Ball nicht weit von der Scheibe zurückspringt. Ein kurzer Lob ist für den Gegner ein Schmetterball. Erst Lob, dann rücken beide auf.

Bandeja und Víbora: die Überkopfschläge im Padel

Wenn du am Netz gelobbt wirst, sagt dein Tennisinstinkt: Schmetterball. Im Padel prallt ein harter, flacher Schmetterball oft von der Rückwand ab und landet wieder beim Gegner. Deshalb hat Padel zwei eigene Überkopfschläge, die kontrollierte Bandeja und die angriffslustigere Víbora, beide mit Schnitt aus der Nähe des Netzes gespielt.

Bandeja (spanisch für „Tablett“). Ein kontrollierter Überkopfschlag mit Slice. Du drehst dich seitlich und triffst den Ball etwa auf Kopfhöhe, leicht vor und neben dem Körper. Der Schläger zieht nach vorne und quer vor dem Körper durch, nicht nach unten. Ziel ist, die Netzposition zu halten, nicht den Punkt zu machen. LTA Padel nennt die Bandeja das Gegenmittel zum Lob. Nutze sie bei mittellangen Lobs.

Víbora (spanisch für „Viper“). Die offensive Variante: Du nimmst den Ball etwas später und weiter seitlich, mit mehr Handgelenk- und Unterarmdrehung (Pronation), mehr Seitenschnitt und schnellerem Arm. Der Name kommt davon, dass sich der Ball durch die Luft schlängelt, und er ist schwer zu verteidigen. Sie braucht mehr Timing, also lerne zuerst die Bandeja.

Schmetterball. Den vollen, flachen Smash hebst du dir für kurze Lobs nah am Netz auf, wenn du den Punkt wirklich beenden kannst.

Bajada (spanisch für „Abstieg“). Ein offensiver Überkopfschlag von hinten auf einen Ball, der von der Rückwand kommt und wieder steigt. Statt ihn nur zu verteidigen, schlägst du ihn kontrolliert, solange er hoch ist. Dafür brauchst du gutes Wandspiel, also kommt sie nach der Bandeja.

Der Unterschied zum Tennis-Smash: Der geht nach unten durch den Platz und soll den Ballwechsel beenden. Bandeja und Víbora gehen mit Schnitt nach vorne und halten dich am Netz. Wie die FITP schreibt, gibt es beide im Tennis nicht, du lernst sie also von null.

Chiquita (spanisch für „Kleine“). Ein weicher, flacher Ball von hinten auf die Füße der Netzspieler. Sie müssen nach oben volleyen oder einen Halbvolley spielen. Laut FFT-Trainern zwingt dieser kleine Ball den Gegner zu Fehlern und gibt dir die Chance, aufzurücken.

Typische Fehler von Tennisspielern

Die meisten Tennisspieler kämpfen beim Umstieg auf Padel mit denselben Gewohnheiten: zu hart schlagen, den Ball nehmen, bevor er von der Scheibe kommt, hinten an der Grundlinie bleiben und enge Winkel suchen. Was im Tennis eine Stärke ist, wird im Padel zur Schwäche. Auf diese vier solltest du achten:

  1. Zu hart schlagen. Laut FITP spielt man Padel entweder mit 30 oder mit 150 Prozent Kraft. Ehemalige Tennisprofis erzählen der FFT, dass sie anfangs jeden Punkt mit einem harten Smash beenden wollten.
  2. Den Ball vor der Wand spielen. Einen schnellen Ball früh von hinten zu nehmen, geht selten gut. Lass ihn von der Scheibe kommen.
  3. An der Grundlinie bleiben. Grundlinienduelle, die im Tennis Punkte bringen, kosten im Padel Punkte. Nach einem Lob oder einem guten Return gehst du nach vorne.
  4. Enge Winkel und Stopps suchen. Die FITP rät, geduldig durch die Mitte und tief zu spielen.

Sicher spielen auf dem Padelplatz

Sicher spielen heißt beim Padel vor allem: richtig aufwärmen, Padelschuhe tragen, die auf sandverfülltem Kunstrasen greifen, die vorgeschriebene Handschlaufe nutzen und an Glas und Türen aufpassen. Vier Spieler teilen sich einen kleinen, geschlossenen Platz, deshalb sind Absprachen und der Schläger vor dem Gesicht am Netz so wichtig wie die Ausrüstung. Diese Gewohnheiten helfen:

  • Rund zehn Minuten aufwärmen. Lockeres Laufen, Sidesteps, Ausfallschritte und Armkreisen, bevor du schlägst, danach ein paar leichte Volleys und Lobs. Padel besteht aus kurzen Sprints und abrupten Stopps.
  • Padelschuhe tragen. Die meisten Plätze haben Kunstrasen mit Sand. Schuhe mit Fischgrät- oder Omni-Sohle greifen darauf; Laufschuhe und abgelaufene Tennisschuhe rutschen.
  • Immer die Handgelenkschlaufe nutzen. Die FIP-Regeln schreiben sie vor, und sie verhindert, dass der Schläger gegen die Scheibe oder einen Mitspieler fliegt.
  • Schläger hoch am Netz. Steht ihr beide am Netz, halte den Schläger vor dem Gesicht und ruft bei Bällen durch die Mitte „Ich“ oder „Du“. Eine Schutzbrille ist eine Option, besonders für Kinder und Jugendliche.
  • Erst schauen, dann rauslaufen. Wenn du einem Ball durch die Tür nach draußen folgst, achte auf den Türrahmen und auf das, was hinter dem Platz ist. An der Scheibe drehst du die Schulter ein, statt hineinzulaufen.
  • Aufhören, wenn etwas wehtut. Ein Spiel Pause ist besser, als mit Schmerzen weiterzuspielen.

Padel lernen: dein erster Monat

Ein guter erster Padel-Monat für Tennisspieler beginnt mit einer Trainerstunde, geht über Wandarbeit und Doppel-Positionen und endet mit einem geselligen Format wie einem Americano. Spiel mindestens einmal pro Woche, wenn möglich zweimal, und gib jeder Woche einen klaren Schwerpunkt.

Woche 1: eine Trainerstunde oder ein Anfängerkurs. Lerne Griff, Aufschlag, Regeln und die ersten Bälle aus der Scheibe mit einem Trainer, so wie es die LTA empfiehlt. Leih dir einen runden Schläger, falls du noch keinen hast, besorg dir Padelschuhe und mach das zehnminütige Aufwärmen vor jeder Einheit zur Routine.

Woche 2: Wandarbeit. Spiel mit einem Freund auf dem halben Platz. Jeder Ball, der hinter der Aufschlaglinie aufspringt, muss erst von der Rückwand kommen, bevor du ihn schlägst.

Woche 3: Doppel-Positionen. Spielt Doppelpunkte mit einer Regel: Nach jedem Lob rücken beide auf. Beantworte die Lobs der Gegner mit einer Bandeja. Sprich bei jedem Ball mit deinem Partner: „Ich“, „Du“, „Wechsel“.

Woche 4: dein erstes Americano. Americano ist ein verbreitetes geselliges Format in Clubs: Alle wechseln jede Runde Partner und Gegner, die Punkte werden meist pro Spieler über alle Runden addiert. Das genaue System legt der Veranstalter fest. So lernst du entspannt viele Spieler auf ähnlichem Niveau kennen.

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Dein Tennis-Niveau sagt wenig über dein Padel. In der App PFM – Play For More hast du ein eigenes Padel-Niveau. So findest du Padel-Spieler auf deinem Niveau, lädst sie per Wischen ein und erstellst offene Doppel-Matches oder trittst einem bei. In Clubs, die PFM nutzen, buchst du deinen Padelplatz direkt in der App. Lade PFM über die Startseite oder sieh dir die Clubs mit PFM an.

Quellen

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Häufige Fragen

Ist Padel für Tennisspieler leicht zu lernen?
Tennis gibt dir einen echten Vorsprung: Volley, Schmetterball, Beinarbeit und Ballgefühl helfen auch im Padel. Schwierig sind am Anfang die Glaswände, der kürzere Schwung und die Geduld, die Padel verlangt. Rechne mit ein paar Einheiten, bis die Ballwechsel laufen.
Darf man im Padel von oben aufschlagen?
Nein. Nach den FIP-Regeln stehst du hinter der Aufschlaglinie, zwischen der verlängerten Mittellinie und der Seitenwand, lässt den Ball dort aufspringen und triffst ihn auf oder unter Hüfthöhe, mit mindestens einem Fuß am Boden. Bis zum Treffen darf der Ball die Aufschlaglinie nicht überqueren. Der Aufschlag geht diagonal ins Aufschlagfeld des Gegners, und du hast einen zweiten Aufschlag.
Was ist der Unterschied zwischen Bandeja und Víbora?
Beides sind Überkopfschläge am Netz, wenn der Gegner dich lobbt. Die Bandeja ist der kontrollierte Schlag mit Slice, mit dem du deine Netzposition hältst. Die Víbora ist die offensive Variante mit mehr Seitenschnitt und schnellerem Arm.
Kann ich mit meinem Tennisschläger Padel spielen?
Nein, du brauchst einen Padelschläger. Er hat keine Saiten, eine feste, gelochte Schlagfläche, ist höchstens 45,5 cm lang und hat eine Handgelenkschlaufe, die laut FIP-Regeln Pflicht ist. Für Anfänger wird meist eine runde Kopfform empfohlen, weil sie mehr Kontrolle gibt.
Ist die Zählweise im Padel wie im Tennis?
Ja, 15, 30, 40, Spiele, Sätze und der Tiebreak bei 6:6 funktionieren wie im Tennis. Bei 40:40 erlauben die FIP-Regeln Vorteil, Golden Point oder den Star Point, den FIP-Turniere seit 2026 spielen. Sprecht vor einem Freundschaftsspiel ab, was gilt.

Spiel Padel mit PFM

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